Dr. med. Andrea Rössle und Dr. med. Angela Faas
Fachärztinnen für Frauenheilkunde
Kirchheimer Str. 61
70619 Stuttgart
Telefon 0711-475097

Praenatalmedizin

Liebe werdende Eltern,

bisher ist Ihre Schwangerschaft sicher ganz normal verlaufen und Sie freuen sich schon auf ihr Kind. Wir werden alles Mögliche tun, damit Ihre Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft und Sie ein gesundes Kind zur Welt bringen.

In unserer Praxis für Praenatalmedizin - zertifiziert gemäß DEGUM Stufe II (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) - sind wir auf vorgeburtliche Untersuchungen spezialisiert.
externer Link www.degum.de

Die Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschafts-
richtlinien überwachen die kindliche und mütterliche Gesundheit während der Schwangerschaft. Sie werden im Mutterpass eingetragen. Mütterliche schwangerschaftsbedingte Krankheiten sind zum Beispiel hoher Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen, erhöhter Blutzucker (auch Schwangerschaftsdiabetes genannt), Blutungen etc. Kindliche Risiken sind Frühgeburt, Infektionen, Wachstumsverzögerung bei Mangelversorgung durch die Plazenta, aber auch angeborene Krankheiten. Vorsorge-
untersuchungen werden zu Beginn der Schwangerschaft alle vier Wochen durchgeführt, im letzten Drittel der Schwanger-
schaft in der Regel alle zwei Wochen.
Die 3 in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen sind in der 9.-12. SSW, 19.-22. SSW und 29.-30. SSW.

Unsere Praxis bietet Ihnen zusätzlich die folgenden Untersuchungen an:

Nichtinvasive Methoden

Diese sind ohne Risiko für Kind und Mutter:

Ultraschall zwischen 11+3 und 13+6 Schwangerschafts-
wochen

Die Scheitel-Steiss-Länge des Feten beträgt jetzt 45-85 mm. Untersucht wird die Grösse des Kindes und die Nackentransparenz wird vermessen: Je größer dieser Bereich am kindlichen Nacken ist, umso häufiger liegt beim Kind eine Chromosomenstörung vor. Ebenso wird der kindliche Nasenknochen beurteilt, der bei gesunden Kindern fast immer gut ausgebildet ist. Anhand dieser Daten kann berechnet werden, mit welcher Wahrscheinlichkeit Ihr Kind gesund sein wird. Diese Ultraschalluntersuchung kann mit dem mütterlichem Bluttest HCG und PAPP A kombiniert werden und die Erfassungsrate weiter erhöhen(2). Die Entdeckungsrate bezüglich der Trisomie 21 mit diesem frühen Ultraschall beträgt bis zu 90 %. Sie müssen sich im Klaren sein, dass mit dieser Methode kein vollständiger Ausschluss von Chromosomenstörungen möglich ist. Diese Messungen sollten von Ärzten durchgeführt werden, die von der Fetal Medicine Foundation zertifiziert sind.

Gleichzeitig führen wir eine Beurteilung der inneren Organe Ihres ungeborenen Feten durch. Einige angeborene Fehlbildungen können schon zu diesem frühen Schwangerschaftszeitpunkt entdeckt werden.

externer Link Fetal Medicin Foundation externer Link www.fetalmedicine.com

Ultraschall zwischen 19.-22. Schwangerschaftswoche Auch weiterführende Sonographie, Feinultraschall, Organdiagnostik oder Fehlbildungsultraschall genannt, wird meist von Untersuchern der DEGUM Stufe II oder III durchgeführt. Die Untersuchung des kindlichen Herzens heißt Echokardiographie. Mit diesen Ultraschalluntersuchungen können viele kindliche Entwicklungsstörungen und Organfehlbildungen erkannt werden. Allerdings können mit keiner Untersuchung hundertprozentig alle angeborenen Krankheiten erfasst werden. Die Aussagekraft von Ultraschalluntersuchungen hängt von Schwangerschaftsalter, Lage des Kindes, Plazenta, Fruchtwassermenge, Dicke der mütterlichen Bauchdecke, Qualität des Ultraschallgerätes und der Erfahrung des Untersuchers ab. Bei einigen angeborenen Krankheiten wie zum Beispiel Herzfehlern, offenem Rücken, Zwerchfelldefekten und Zwillingstransfusionssyndrom ist die kindliche Prognose bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung bereits vor oder direkt nach der Geburt besser.

Dopplerultraschall dient zur Beurteilung der Durchblutung und Funktion der Plazenta. Mütterliche Blutgefässe führen sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zur Plazenta. Ihr Kind pumpt sauerstoffarmes Blut über seine Nabelarterie zur Plazenta. Nach Sauerstoff- und Nährstoffaufnahme an der Plazentamembran fließt das kindliche Blut über die Nabelvene wieder zurück. Gefahr durch mangelnde Plazentadurchblutung kann damit erkannt werden.

Mütterliche Blutuntersuchung falls die Nackentransparenz-
messung verpasst wurden: Tripletest: um 16 Schwanger-
schaftswochen: Test auf Trisomie 21 und offenen Rücken (Neuralrohrdefekt, Spina bifida). Sicherheit bezüglich Trisomie 21 circa 65 %, das heißt zwei von drei betroffenen Kindern werden damit entdeckt. Etwas höhere Aussagesicherheit bietet der neuere Quadrupletest (15-20. SSW).

Angeborene Krankheiten kommen nach internationalen Studien bei gesunden Eltern mit einer Häufigkeit von 3-4 % vor, nach einer aktuellen Untersuchung von Dr. Queisser-Luft sogar bei 6,7 Prozent aller Neugeborenen (1). Häufig sind Muskel- und Skeletterkrankungen, Herzfehler, Erkrankungen von Niere und Harnwegen, Fehlbildungen des Nervensystems, Erkrankungen des Verdauungstrakts und Chromosomenstörungen.

Invasive Verfahren

- Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) und
- Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie)

Damit kann man die kindlichen Chromosomen auf Anzahl und Strukturstörungen analysieren. Ebenso können bestimmte familiäre Stoffwechsel- und Erbkrankheiten untersucht werden. In diesen Fällen ist eine genetische Beratung empfehlenswert.

Die Chorionzottenbiopsie wird ab 11 abgeschlossenen Schwangerschaftswochen, die Fruchtwasseruntersuchung ab 16-19 Schwangerschaftswochen in örtlicher Betäubung und unter Ultraschallsicht durchgeführt. Wir empfehlen anschließend ein bis zwei Tage körperliche Schonung.

Amniozentese und Chorionzottenbiopsie haben nach internationalen Studien ein Fehlgeburtsrisiko von bis zu 1 %.
Die Ergebnisse der Chorionzottenbiopsie liegen nach 2 bis 3 Tagen vor.

Bei der Fruchtwasseruntersuchung dauert das Ergebnis circa 14 Tage, aber mit Hilfe des "FISH"- Tests können die häufigsten Trisomien bereits nach 24 h ausgeschossen werden. Bei der Fruchtwasseruntersuchung erfolgt auch ein Test auf Vorliegen eines offenen Rückens.

Chromosomenstörungen sind Strukturveränderungen oder Anomalien der Chromosomenzahl. Die Trisomie kommt mit zunehmendem Alter der Mutter häufiger vor. Eine zwanzigjährige Frau hat zum Beispiel ein Risiko von 1:1527, eine dreißigjährige von 1:895, eine vierzigjährige von 1:97 für die am häufigsten vorkommende Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt.

Literaturverzeichnis

1: Queisser-Luft, Spranger: " Fehlbildungen bei Neugeborenen" Deutsches Ärzteblatt, Jg. 103, Heft 38

2: Nicolaides,K., von Kaisenberg, C.: "Die Ultraschallunter-
suchung von 11-13+6 Schwangerschaftswochen" , Fetal Medicine Foundation, London 2004


 

Termine zur Pränataldiagnostik für externe Patientinnen:

Telefonisch sind wir Mo -Fr von 8-16 Uhr (Mi von 8-12 Uhr) unter 0711-47 50 97 zu erreichen.
Oder aber Sie schicken ein FAX an 0711 - 84 98 308

Wir benötigen die folgenden Informationen:

Bitte teilen Sie uns mit, wie Sie versichert sind:
Wir behandeln Privatpatientinnen, Kassenpatientinnen mit Überweisungsschein, Kassenpatientinnen mit Selbstzahlerleistung (z.B. Nackentransparenzmessung).

Bei der Untersuchung

Bitte Mutterpass, vorhandene Vorbefunde zur Untersuchung mitbringen. Hat der Arzt die Untersuchung veranlasst, benötigen wir einen gültigen Überweisungsschein und ihre Versicherten-
karte. Sie können gerne eine Begleitperson mitbringen. Beden-
ken Sie, dass eine medizinische Untersuchung durchgeführt wird, daher Kleinkinder bitte möglichst nicht mitbringen. Sollten Sie einen Termin nicht einhalten können, geben Sie uns bitte rechtzeitig Bescheid. Rechnen Sie für die Untersuchung mit ca. 30-60 Minuten, planen Sie aber 60-90 Minuten Zeitbedarf ein. Bitte den Bauch am Tag der Untersuchung nicht eincremen.